Weihnachten

Wie schön – auch heute ist noch Weihnachten, welches wir insgesamt sehr ruhig genossen haben. Wir konnten uns Gott sei Dank vorher und auch zu Heiligabend mit unseren Kindern treffen, aber weitere Besuche haben wir dann vermieden, auch wenn wir das Glück haben nicht zur Risikogruppe zu gehören und auch keine Großeltern, Onkel und Tanten haben, auf die wir Rücksicht nehmen müssen.

Wir haben das große Glück wirklich schön zu wohnen und ich konnte diesmal mit meiner vielen Zeit alles noch liebevoller gestalten und dekorieren. Das hat mir viel Freude gemacht und mich auch befriedigt, nicht alles in Hetze erledigen zu müssen.

Seit vielen Jahren konnte ich endlich mal wieder in Weihnachtstexte – auch plattdeutsche – eintauchen und habe mich an vielen Dingen bzw. Geschehnissen viel intensiver erfreut. So startete das Weihnachtsfest für mich beim morgendlichen Laufen an Heiligabend mit einem Regenbogen über den Rieselfeldern, der mir wirklich wie ein Zeichen des Himmels erschien. Das Gedicht von Yoko Ono aus dem anderen Adventskalender brachte es dann auch genau auf den Punkt:

Himmelsstück X

Der Himmel ist nicht nur über unseren Köpfen. Er streckt sich bis runter auf die Erde. Immer wenn wir den Fuß vom Boden heben, laufen wir im Himmel.

Laufe mit diesem Wissen durch die Stadt. Überlege, wie lange du heute im Himmel gelaufen bist.

Den ersten Feiertag dann nur mit ein paar Telefonaten, genauerem Inspizieren der lieben Geschenke und dem Beginn einer neuen Strickarbeit beim Lauschen eines Hörspieles und viel leckerer Schokolade zu verbringen war eine wahre Wonne. Dann kam tatsächlich noch eine Freundin vorbei und beschenkte mich nicht nur mit einem tollen alten Nähkörbchen, sondern auch noch mit einem ihrer Lieblingsgedichte von Luigi Nono, welches mich tief berührt:

Lebendig ist, wer wach bleibt sich den anderen schenkt, das Bessere hingibt, niemals rechnet.

Lebendig ist, wer das Leben liebt, seine Begräbnisse, seine Feste. Wer Märchen und Mythen auf dem ödesten Berg findet.

Lebendig ist, wer das Licht erwartetet in den schwarzen Tagen des Sturms, wer die stillen Lieder ohne Geschrei und Schüsse wählt, sich zum Herbst hinwendet und nicht aufhört zu lieben.

Und jetzt hat es tatsächlich hier auch noch an Weihnachten geschneit! Wie schön ist das denn?!

Euch allen noch einen gesegneten Weihnachtstag.

26. Dezember 2020